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Bücher zum Thema "Gesellschaft" - Übersicht:

Alles in Butter - oder was?
Assassini
Auf ein Wort
Aufgeklärte Religion - ein Weg zum Frieden
Business Reframing - Das Ende der Moden im Management
Das Aikido-Prinzip
Das Gesetz über dem Recht
Das größte Geheimnis, Teil 1
Das Schiff der Visionen
Der Schwarm
Die 68er: "Macht kaputt, was Euch kaputt macht!"
Die Entdeckung des Himmels
Die heilige Matrix
Die Jack-Welch-Methode
Die Kraft gelebter Visionen
Die weiße Massai
Exponentialdrift
Familie Haus Arbeit Auto CityEl
Grameen
Hände weg von diesem Buch
Illuminati
Ismael
Mein Weg führt nach Tibet
Menschenjagd
Mythos Motivation
Psychopolitik
Richtig bewerben - Wie Sie Ihren Traumjob finden
Sakrileg
Treibhäuser der Zukunft
Von der Micky Mouse zum Weltkonzern
Wachstum an Menschlichkeit - Humanismus als Grundlage
Weltmacht USA - ein Nachruf
Wer weint schon um Abdul und Tanaya? Die Irrtümer des Kreuzzugs gegen den Terror
Wir Untertanen
Zurück aus Afrika



Alles in Butter - oder was?, Klaus Wittmann: Der für "Antenne Bayern" und "Die Zeit" tätige Korrespondent und Journalist hatte seinen Bericht über ein scheinbares Vorzeigeunternehmen begonnen, die "MüllerŽs aus dem Allgäu", als er mit erschreckenden, ernüchternden Tatsachen konfrontiert wurde. Dass das Unternehmen "Müller Milch" ähnlich viel mit dem Allgäu zu tun hat wie eine Kuh mit Coca Cola mag man ja noch gelassen hinnehmen. Weniger gelassen kann man über die ständige Überschreitung und Ignorierung von behördlichen Genehmigungen, aber auch von grundlegenden Lebensrechter der Anwohner der Ortschafts Aretsried, sein - im Hause Müller ist diese Vorgehensweise zur Gewohnheit geworden. Dass die Bussgelder von behördlicher Seite und die Entscheidungen der Gerichte über lange Zeit hinweg äußerst milde ausfielen, lässt den Kino-Film Die Scheinheiligen weniger als das aussehen, als was dieser Film geplant wurde - eine übertriebene Satire - sondern eher wie eine Beschönigung realer politischer und wirtschaftlicher Gegebenheiten.
Im Falle Müller-Milch liegt offensichtlich - wie fast immer - die Beurteilung und "Bestrafung" solchen - teilweise menschenverachtenden - Vorgehens in der Hand derer, die die wahre Macht besichten: der Konsumenten. Doch viele Konsumenten scheinen sich nicht daran zu stören, dass Milch quer durch die Republik und darüber hinaus transportiert wird, dass die Müller-eigene Spedition "Culina" bereits 1990 über sechs Millionen Liter Dieselkraftstoff verbraucht hat. Sie scheinen sich nicht zu stören, dass der nur scheinbar wertvolle Rohstoff Milch zum "veredeln" (ein Blick auf die Inhaltsstoffe lässt zweifeln, ob die angebotenen Produkte weiterhin viel mit dem angeblichen Grundstoff "Milch" zu tun haben) so weit transportiert wird und dabei ein weiterer wesentlicher Beitrag zur Zerstörung unseres schönen Planeten beigetragen wird. Sie scheinen sich auch nicht daran zu stören, dass Müller Milch als einer der wenigen die Pfandabgabe für seine Getränke umgehen darf - und dass die mehr als 20 Mio. Plastikbecher (Stand 1990) alleine in Deutschland unsere Abfallprobleme weiter Jahr für Jahr drastisch erhöhen.

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Assassini, Thomas Gifford: Der Autor präsentiert mit diesem Roman nicht einen normalen Krimi, sondern das Ergebnis neunjähriger Recherchen - auch und vor allem im kirchlichen Umfeld des Vatikans. Zur Geschichte: Ben, ein Anwalt und früherer Jesuit, beginnt nach dem Mord an seiner Schwester, der Nonne Valentine, mit Recherchen, da seine Schwester offensichtlich einem Skandal auf der Spur war, der in der Lage gewesen wäre, die Grundfesten des Vatikan zu erschüttern. Bald stellt er fest, dass die Borgia-Päpste im Mittelalter eine Killertruppe, Assassini genannt, unterhielten, die möglicherweise jetzt wieder zum Leben erweckt wurde. Aber warum und warum ausgerechnet jetzt? Die Spur läßt sich verfolgen bis zu den Machenschaften innerhalb der Kirche im zweiten Weltkrieg ...
Giffords Recherchen haben ihn offenbar auch dazu bewogen, einige interessante Dinge über die katholische Kirche zu schreiben, so wenn er z.B. behauptet, dass es der Kirche mehr darum geht, sich um die Realität zu kümmern (was heißt, ihre Pfründe zu verteidigen) als ihre idealistischen Ziele (also die Lehren von Jesus zu verbreiten) zu verfolgen (S. 48).
Ist diese offensichtliche Abweichung vom eigentlichen Ziel niemandem aufgefallen? Nein, denn die Kirche wusste schon immer, wie sie Menschen manipulieren kann (S. 119): So haben wir Geistlichen es schon immer gemacht, das wissen Sie. Nimm eine junge Seele, einen jungen Geist, der noch in der Entwicklung begriffen ist [...] und verführe ihn. Dann gehört er für immer dir.
Unter anderem mit dieser Technik hat es die Kirche über Jahrtausende geschafft, sogar ihre Bediensteten so zu manipulieren, dass diese ihren möglicherweise ursprünglich vorhandenen Idealismus vergessen haben und schließlich dazu übergegangen sind, zu erkennen (S. 222): ... auf welche Weise er der Kirche am besten dienen konnte. Viele werden hier einfach drüber lesen, aber ging es nicht eigentlich darum, Gott oder den Menschen zu dienen? (S. 435): Es ist wie eine Amputation, der man sich unterziehen muß, bevor man in die Kirche eintreten darf: Die Kirche schneidet einem die eigenen Moralvorstellungen heraus und ersetzt sie durch eine künstliche Schöpfung, durch etwas Unnatürliches und Zurechtgebogenes und Verordnetes. Und dann gibt es keinen Platz mehr für Unkompliziertheit, keinen Platz mehr für falsch und richtig. Zweckdienlichkeit ist die neue Moral, und damit hat man sich abzufinden.
Die tragischen Folgen dieses sich verselbständigenden Mechanismus beschreibt der Kardinal DŽAmbrizzi selbstironisch (S. 498): Unsere Kirche ist erneut gefangen. Sie ist zum Sklaven der nichtkirchlichen Welt geworden - der profanen Welt und ihrer niedrigsten Begierden. [...] Wir sind Gefangene rechtsgerichteter Diktaturen, linksgerichteter Befreiungsbewegungen, Gefangene der CIA und der Mafia und des KGB und der bulgarischen Geheimpolizei und der Propaganda Due und des Opus Dei und von Banken überall auf der Welt, Gefangene zahlloser ausländischer Geheimdienste, der selbstsüchtigen Interessen der Kurie, all unserer ungezählten Besitztümer in Immobilien und Beteiligungen - kurz gesagt, wir sind Gefangene unserer Gier nach Macht, Macht, Macht! Wenn ich mir die Frage stelle, was die Kirche will [...] Die Kirche will mehr, immer mehr!
Und auf Seite 660 offenbart er nochmals seine bestürzende Schlußfolgerung aus dieser Situation: Die traurige Wahrheit ist, daß der Unterschied zwischen der Kirche und den von Ihnen genannten Organisationen [Anm.: Erwähnt sind wenige Zeilen vorher Mafia, KGB und CIA] kleiner ist, als Sie glauben, wenn das, was auf dem Spiel steht, wichtig genug ist und wenn es zu einem Kampf um Einfluß und Macht kommt.

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