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Bücher zum Thema "Gesellschaft" - Übersicht:
Alles in Butter - oder was?
Assassini
Auf ein Wort
Aufgeklärte Religion - ein Weg zum Frieden
Business Reframing - Das Ende der Moden im Management
Das Aikido-Prinzip
Das Gesetz über dem Recht
Das größte Geheimnis, Teil 1
Das Schiff der Visionen
Der Schwarm
Die 68er: "Macht kaputt, was Euch kaputt macht!"
Die Entdeckung des Himmels
Die heilige Matrix
Die Jack-Welch-Methode
Die Kraft gelebter Visionen
Die weiße Massai
Exponentialdrift
Familie Haus Arbeit Auto CityEl
Grameen
Hände weg von diesem Buch
Illuminati
Ismael
Mein Weg führt nach Tibet
Menschenjagd
Mythos Motivation
Psychopolitik
Richtig bewerben - Wie Sie Ihren Traumjob finden
Sakrileg
Treibhäuser der Zukunft
Von der Micky Mouse zum Weltkonzern
Wachstum an Menschlichkeit - Humanismus als Grundlage
Weltmacht USA - ein Nachruf
Wer weint schon um Abdul und Tanaya? Die Irrtümer des Kreuzzugs
gegen den Terror
Wir Untertanen
Zurück aus Afrika
Menschenjagd, Richard Bachman (alias
Stephan King): Dieser Science-Fiction beschreibt eine Gesellschaft, die die derzeitigen
Zustände in Amerika der sich immer weiter öffnenden Schere zwischen Arm und Reich
weiter gedacht hat. Der Energiekonzern "General Atomic" benutzt ohne entsprechende
Sicherheitsvorkehrungen die billige Arbeitskraft der zahlreichen Slumbewohner, und
der dominierende Fernsehsender hält das Volk mit immer brutaleren "Spielen" in
geistiger Abhängigkeit, und dominiert auch die Meinung der sich für gebildet haltenden
Oberschicht. Eine bedrohliche wie spannende Überzeichnung des derzeitigen
Gesellschaftsbildes.
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Mythos Motivation - Wege aus einer
Sackgasse, Reinhard K. Sprenger: Ich halte dieses Buch für eines der wichtigsten
Bücher für Führungskräfte, in dem der Autor gnadenlos aufräumt mit der Meinung,
man könne Menschen gegen ihre wirkliche
innere Motivation und Berufung zu außergewöhnlichen Leistungen anspornen.
Die herkömmlichen Mittel wie Incentives und erfolgsabhängige Gehaltsbestandteile
erweisen sich mehr und mehr als "Rohrkrepierer" und bewirken genau das Gegenteil:
Die "Motivierten" (= Motipulierten) schielen nach der Belohnung, statt dass sie
wegen der Aufgabe tätig wären. So schreibt der Harvard-Professor Alfie Kohn (S. 8):
"Es gibt keine Studie weltweit, die eine dauerhafte Leistungssteigerung durch
Anreizsysteme nachgewiesen hätte." Der Schluss Sprengers ist ebenso klar wie
ernüchternd für viele Unternehmen: "Alles Motivieren ist Demotivieren". (S. 12)
Denn (S. 13) "... ebenso wenig, wie man Führen lernen kann, wenn man es auf Tricks
reduziert und dabei die alles tragende Voraussetzung, nämlich die Einstellungen,
Werthaltungen, Prägungen, kurzum: die Persönlichkeit der Führungskraft
unberücksichtigt lässt, ebenso wenig kann man die Mechanik der Motivierung verstehen,
wenn man nur auf die Instrumente-Ebene blickt."
Das Problem liegt dabei in der Unterschiedlichkeit der Vorgehensweise von
Motivationspsychologen und Managern. Erstere fragen nach dem "Warum" von Menschen,
dem Verstehen der Beweggründe für Handlungen, während die Manager sich oft darauf
beschränken, nur danach zu fragen, "Wie" ihre Mitarbeiter zu Top-Leistungen, zu
Überstunden, zu Top-Qualität zu bewegen / motivieren (= manipulieren) sind. Dass
dieser Ansatz nicht funktionieren kann, ist offensichtlich, da der Manipulierte
die wahren Absichten des Manipulierers immer erkennt, wenn auch oft nur unbewusst.
Auch wenn viele dies glauben, so gibt es heute keine sinkende Arbeitsmoral, aber die
Werte der Arbeitnehmer haben sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten verschoben:
die Menschen sind nicht nur auf der Suche nach dem "schnöden Mammon", sondern die
Übernahme von Verantwortung und dem Handlungsspielraum in der Tätigkeit; Spaß und Sinn
sind die Anforderungen der Menschen an einen Arbeitsplatz. Der arbeitende Mensch möchte
als ganze Persönlichkeit angenommen, ernst genommen, anerkannt und einbezogen werden,
somit sein gesamtes Persönlichkeitspotential ausschöpfen können. (S. 31 + 31):
"Besonders wichtig ist dabei: Es wird kein grundsätzlicher Unterschied zwischen
Arbeitsphäre und den anderen Lebensbereichen mehr gemacht. Arbeitsphäre und
Freizeitsphäre verlieren ihre Autonomie. Die Mitarbeiter sind immer weniger bereit
ihre Einstellungen und Wertorientierungen morgens beim Pförtner abzugeben.
Für die herkömmlichen Motivationsstrategien hingegen gilt (S. 32/33): "Ein wirkliches
Ernstnehmen des Mitarbeiters findet nicht statt. ... Die Motivierung ist die
massenhafte Verführung zur inneren Kündigung. ... Den "Abgestellen" wieder zu einem
"Angestellten" zu machen ist ein überaus schwieriges Geschäft."
Führungskräfte aller (!) Hierarchieebenen beantworten die Fragen nach Ihrer
Arbeitsleistung damit, dass sie mit annähernd 100 % arbeiten würden. (S. 43): "Auf
die Frage 'Wie möchten Sie von Ihrem Vorgesetzten motiviert werden?' reagieren
Führungskräfte ebenfalls nahezu ausnahmslos ablehnend, halten bezeichnenderweise
aber die Motivierung ihrer Mitarbeiter für unabdingbar - eine einigermaßen groteske
Haltung, berücksichtigt man, dass fast alle Führungskräfte gleichzeitig auch wieder
Mitarbeiter sind.
'Der Produktionsfaktor Mensch muss auf Trab gebracht werden', sagte Wolfgang Röller,
ehemals Chef der Dresdner Bank. Wer bringt Wolfgang Röller auf Trab? - Der Verdacht
schielt offensichtlich immer von der Hierarchie hinab - nach 'unten', wo die
Leistungsverweigerer, die Selbstpensionierten sitzen. Eine absurde Geröllhalde des
Misstrauens.
Die Erwartung der Führungskräfte erzeugt somit die Realität:
"'Misstrauische Vorgesetzte werden es immer erleben, dass Mitarbeiter das Misstrauen
durch ihr Verhalten nachträglich rechtfertigen.' Wenn Führungskräfte ihre Mitarbeiter
für dumm, antriebslos und unselbständig halten, dann verhalten sich diese auch so.
Die Motivationsmodelle und Motivationstheorien funktionieren deshalb nicht, (S. 48)
"... weil sie im Mitarbeiter nicht einen erwachsenen, gleichberechtigten Partner
der Führungskraft sehen, sondern einen manipulierbaren Reiz-Reflex-Apparat; weil sie
Mitarbeiter nicht wirklich als Verhandlungspartner ernst nehmen; weil ihr Kern nach
wie vor Misstrauen und Manipulation ist."
Sprenger erklärt auch einleuchtend, warum die ganzen Theorien nicht funktionieren,
warum Motivation meist das Gegenteil erreicht: die intrinsische Motivation wird
"vernichtet" (S. 71): "Ein alter Mann wurde täglich von den Nachbarskindern
gehänselt und beschimpft. Eines Tages griff er zu einer List. Er bot den Kindern
eine Mark an, wenn sie am nächsten Tag wieder kämen und ihre Beschimpfungen
wiederholten. Die Kinder kamen, ärgerten ihn und holten sich dafür eine Mark ab.
Und wieder versprach der alte Mann: 'Wenn ihr morgen wiederkommt, dann gebe ich
euch 50 Pfennig.' Und wieder kamen die Kinder und beschimpften ihn gegen Bezahlung.
Als der alte Mann sie aufforderte ihn auch am nächsten Tag, diesmal allerdings
gegen 20 Pfennig, zu ärgern, empörten sich die Kinder: Für so wenig Geld wollten
sie ihn nicht beschimpfen. Von da an hatte der alte Mann seine Ruhe.
Der amerikanische Sozialpsychologe Alfie Kohn schildert dieses Beispiel in der
Zeitschrift 'Health' (5/1990). Er steht damit in einer ganzen Kette neuester
psychologischer Studien, die ein fundamentales Lerngesetz zu widerlegen
scheinen: Belohnung ist nicht das beste Mittel der Leistungssteigerung. In
unserem Beispiel waren die Kinder anfangs intrinsisch motiviert den alten Mann
zu ärgern. Später ärgerten sie ihn nur noch, weil es eine Belohnung dafür gab -
ihre in-trinsische Motivation wurde durch die Motivierung zerstört; sie wandelte
sich in eine extrinsische. Und der Reiz, die Spannung, die Neugier waren
verschwunden.
In einer anderen Untersuchung wurden Mädchen aufgefordert jüngeren Kindern ein
neues Spiel beizubringen. Für erfolgreichen 'Unterricht' wurde ihnen jeweils
eine Freikarte fürs Kino versprochen. Einer anderen Gruppe von Mädchen wurde
die gleiche Aufgabe gestellt, nur konnten sie mit keiner Belohnung rechnen. Das
erstaunliche Ergebnis: Erfolgreichere 'Lehrerinnen' waren jene Mädchen, die die
Aufgabe sozusagen 'umsonst' übernommen hatten.
Weitere Untersuchungen, im Aufbau ähnlich wie diese, bestätigen: Wenn Kinder mit
Belohnungen für eine Aufgabe gewonnen werden, verlieren sie schnell das Interesse,
werden unzufrieden und erbringen geringere Leistungen als jene, die eine Aufgabe
ohne versprochene Belohnung übernehmen. Der Grund: Sie handeln nicht, weil sie es
für sinnvoll halten, sondern weil eine Belohnung ihnen diesen Sinn 'ersetzt'."
Die Schlussfolgerung aus dieser Erkenntnis (S. 91): "Die Bonus-Praxis in den
Unternehmen ist die Krankheit, für deren Heilung sie sich hält." Diese führt
sogar zu einer Negativ-Auslese: Die guten Mitarbeiter gehen, während die schlechten,
für die Boni den eigentlichen Antrieb darstellen, bleiben.
Wie sinnwidrig solche Verfahren sind, zeigt eindrücklich das folgende Beispiel
(S. 136/137): "Die Abspaltung eines variablen Einkommensanteils vom Zielgehalt
als leistungsbezogenes Einkommen folgt einer im Kern geradezu leistungswidrigen
Wenn-Dann-Logik. Gesetzt den Fall, ein Gruppenleiter bindet sein variables Einkommen
an die Realisierung irgendwelcher Projekte. Seine Führungskraft sagt implizit: 'Wenn
du die Projekte realisierst (was ich dir zunächst einmal nicht glaube), dann bekommst
du diesen Anteil.' Die eigentliche Ungeheuerlichkeit liegt nun gerade darin, dass die
Führungskraft überhaupt dieses 'Wenn-Dann' einräumt. Der eingebaute Zweifel stellt die
Zielerreichung neuerlich und sinnwidrig in das Belieben des Mitarbeiters, der sich doch
gerade erst vereinbart hat.
Eine Führungskraft hat die Aufgabe, eine Person oder Gruppe ziel- und situationsbezogen
zu führen. Dafür trifft sie Vereinbarungen. Sie hat dann auf der Einhaltung der
Vereinbarung zu bestehen. Denn eine Vereinbarung ist eine Vereinbarung. Ohne 'Wenn',
'Dann' und 'Aber'. Eine nicht ernst zu nehmende und ernst genommene Vereinbarung ist
keine.
Diese Überlegungen legen den leistungswidrigen Kern frei: Es geht dieser Mechanik ganz
offenbar nicht um zielorientierte Unternehmensführung, sondern zuallererst um schlichte
Strafandrohung und um die Befriedigung eines
völlig ziellosen Gerechtigkeitsgefühls,
das insgesamt den Unternehmenszielen keinen Schritt näher bringt. Die Führungskraft
begnügt sich mit der Bestrafung, einem befriedigten Gerechtigkeitsgefühl, akzeptiert
aber im übrigen die Zielverfehlung des Mitarbeiters. Die Zielerreichung tritt hinter
die Strafandrohung ins zweite Glied."
Eine der Hauptursachen für den fehlende Sinn, die fehlende innere Motivation vieler
Mitarbeiters erkennt Sprenger schon am Beginn der Zusammenarbeit: der Personalauswahl.
(S. 146): "Häufig genug beginnt die Kette der verdeckten Abwertung schon bei der
Personalauswahl (der meiner Ansicht nach in ihrem Folgenreichtum wichtigsten
Management-Aufgabe überhaupt). Das Unternehmen will den Spitzenkandidaten zur
Vertragsunterzeichnung 'motivieren' und weckt in dem Bewerber hochgespannte
Erwartungen. Schon die Stellenanzeigen, in denen in aller Regel junge, dynamische,
hoch qualifizierte, durchsetzungsfähige, verantwortungsbewusste, teamfähige usw.
Mitarbeiter mit Führungsqualitäten gesucht werden, bestätigen die Erwartung
anforderungsreicher und spannender Aufgaben. In der strengen Selektion der
Auswahlverfahren werden solche Erwartungen weiter genährt. Im Vorstellungsgespräch
wird die angestrebte Tätigkeit beschönigt, werden die Probleme verschwiegen.
Und dann finden sich neue Mitarbeiter häufig in einer Tätigkeit wieder, die viel
Routine, aber nur ein geringes Maß an Herausforderung und Gestaltungsmöglichkeiten
bietet. Der Außendienstler findet die Schwächen des Produkts, über die er zuvor
uninformiert blieb, selbst heraus. Die Budgets sind aufgrund 'unvorhersehbarer
Umstände' nicht so üppig wie zugesagt. Die Marketing-Frau übersetzt nur Prospekte
ins Deutsche.
So früh kann die Ent-ldentifikation, die 'Ich-Die'-Trennung beginnen. Der Mitarbeiter
definiert das Unternehmen als betrügerisch und sich selbst als Betrogenen. Und das
rechtfertigt hinfort alles, was er zum Schaden der Organisation tun will. Wenn er den
Betrüger betrügt und dies aufgedeckt wird, wird ihm etwas zugefügt werden, was er wiederum
dazu benutzen wird, eine erneute Aktion gegen die Organisation zu rechtfertigen. Der
Schweinezyklus des gegenseitigen Misstrauens beginnt. Spiralförmig geht es abwärts.
Völlig ohne Not. Denn ein Experiment, das bei einer amerikanischen
Versicherungsgesellschaft durchgeführt wurde, verwies auf drei Effekte, über die
eine realistische Rekrutierung den Verlauf der Eingliederungsphase günstig beeinflusst:
eine verbesserte Selbstselektion der Bewerber;
Bewerber entwickeln 'innere Widerstandskräfte', die das Auftreten
negativer Begleiterscheinungen ihrer Tätigkeit abfedern ('Schutzimpfungs-Effekt');
wer sich trotz negativer Informationen für eine Stelle bewirbt,
entwickelt eine intensivere Bindung und fühlt sich stärker verpflichtet (weil 'ernst
genommen') als ein Bewerber, der sich nur aufgrund positiver Informationen für eine
Stelle entschieden hat."
Sprenger lässt zu Recht kein gutes Haar an allen, die mit äußeren
Motivationsmethoden Leistungen beeinflussen möchten. (Und auch nicht an denen, für die
dieser Satz selbst wieder zum "System" wird - denn der somit "Motivierte" spürt wieder
die "Taktik" statt der wirklichen, positiven "Absicht".) Und sein Schluß ist
folgerichtig (S. 182):
"Alle Menschen verfügen grundsätzlich über kreative Energie, die nach Entfaltung
drängt. Menschen verfügen über ein hohes Aktionspotential als die Fähigkeit und die
grundsätzliche Bereitschaft zu arbeiten. ... Wir sind anthropologisch auf
zielgerichtete Aktivität ausgerichtet. Wir haben als Menschen hohe Aktionspotentiale,
die abgebaut werden wollen - wenn sie nicht in Aggression und Langeweile umschlagen
sollen. Problemlösend-erkundendes Verhalten, 'Neugierig'-Sein charakterisiert unsere
wahre Wesensart. Unsere Neugier aktivieren, Entdeckerfreude und Lust am Funktionieren
spüren - das wollen wir, wenn diese Quellen unserer Energie auch manchmal verschüttet
scheinen. Leistungswille steckt in allen Menschen."
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