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Bücher zum Thema "Gesellschaft" - Übersicht:

Alles in Butter - oder was?
Assassini
Auf ein Wort
Aufgeklärte Religion - ein Weg zum Frieden
Business Reframing - Das Ende der Moden im Management
Das Aikido-Prinzip
Das Gesetz über dem Recht
Das größte Geheimnis, Teil 1
Das Schiff der Visionen
Der Schwarm
Die 68er: "Macht kaputt, was Euch kaputt macht!"
Die Entdeckung des Himmels
Die heilige Matrix
Die Jack-Welch-Methode
Die Kraft gelebter Visionen
Die weiße Massai
Exponentialdrift
Familie Haus Arbeit Auto CityEl
Grameen
Hände weg von diesem Buch
Illuminati
Ismael
Mein Weg führt nach Tibet
Menschenjagd
Mythos Motivation
Psychopolitik
Richtig bewerben - Wie Sie Ihren Traumjob finden
Sakrileg
Treibhäuser der Zukunft
Von der Micky Mouse zum Weltkonzern
Wachstum an Menschlichkeit - Humanismus als Grundlage
Weltmacht USA - ein Nachruf
Wer weint schon um Abdul und Tanaya? Die Irrtümer des Kreuzzugs gegen den Terror
Wir Untertanen
Zurück aus Afrika



Wachstum an Menschlichkeit - Humanismus als Grundlage, Rudolf Kuhr: Ein Handbuch mit kurzen Texten und Zitaten.
Es geht hier mit verschiedenen kurzen Texten in allgemein verständlicher Form um vernunft- und naturgemäße ethische Orientierung als innere Sicherheit zur Stabilisierung von Mensch, Gesellschaft und Umwelt für eine sinnvolle Lebensgestaltung. Näheres mit Kapitel-Überschriften auf der Seite Humanistische Aktion.
Rudolf Kuhr wendet sich mit seinem Buch besonders an jene Leser, welche bereits das grundlegend Falsche an dem erahnen, was wir allgemein als gesellschaftliche Tradition, Kultur oder auch Gepflogenheit kennen.
Sein Buch bietet weniger streitbare theoretische Gedankengänge als ganz praktische Fragen zu völlig alltäglichen Situationen und Umständen. Das macht dieses Buch attraktiv für eine breite Leserschicht.
In einer Vielzahl von kurzgefaßten Artikeln wird eine weite Palette von vordergründigen Selbstverständlichkeiten thematisiert und dabei geschickt hinterfragt. Damit haben Leser jeglicher Herkunft, durch einfache Worte angesprochen, selbst die Möglichkeit, weiter zu denken. Ganz und gar unaufdringlich wird eine Arbeit am eigenen Selbst(verständnis) begonnen oder bestätigt und weitergeführt, je nach persönlichem Ausgangspunkt.
Mit der Arbeit am eigenen Selbst zielt der Autor weder auf dogmatisches Bekehren noch ein trennendes Ideologisieren. Er stärkt allein den humanistischen Gedanken des Weges, der bereits das Ziel ist. Ohne jegliches Polarisieren eröffnen sich dadurch klare Entscheidungen, die einem Wachstum an verantwortlicher Menschlichkeit dienen, welches heute die Voraussetzung für ein globales Überleben zu sein scheint.

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Weltmacht USA - ein Nachruf, Emmanuel Todd: Der französische Literaturkritiker und Geschichtswissenschaftler legt hier ein Buch von größter Brisanz vor. Knallhart analysiert er die derzeitige Taktik der USA, in Kriegen mit kleinen, militärisch absolut bedeutungslosen Staaten ihre vermeintliche militärische Stärke zu demonstrieren, um die Welt davon abzulenken, ihre tatsächliche enorme wirtschaftliche Abhängigkeit zu entdecken. Ich möchte einige Passagen wörtlich zitieren (Fettdruck von mir): (S. 37/38)
Die wirtschaftlichen Abhängigkeitsverhältnisse zwischen den Vereinigten Staaten und anderen Ländern kehren sich um, und die Dynamik der demokratischen Entwicklung kehrt sich um, in Eurasien erleben wir einen Zuwachs an Demokratie, in Amerika einen Rückgang.
Vor dem Hintergrund dieser schwerwiegenden Veränderungen ist nachzuvollziehen, warum manche Handlungen Amerikas so unverständlich erscheinen. Den Vereinigten Staaten ist nicht mehr daran gelegen, die liberaldemokratische Ordnung zu verteidigen, denn in Amerika selbst verliert sie immer mehr von ihrer Substanz. Vorrangiges Anliegen ist nun die Versorgung mit verschiedenen Gütern und mit Kapital: Das fundamentale strategische Ziel der Vereinigten Staaten ist die weltweite politische Kontrolle über die Ressourcen des Planeten.
Jedoch können die Vereinigten Staaten wegen ihres ökonomischen, militärischen und ideologischen Machtverlustes die Welt, die zu groß geworden ist, zu bevölkerungsreich, zu gebildet, zu demokratisch, nicht mehr so effektiv lenken wie in der Vergangenheit. Die wahren strategischen Akteure sind nun Rußland, Europa und Japan, sie stehen der amerikanischen Hegemonie im Wege, und der Anspruch, diese Hindernisse zu beseitigen, ist überzogen und deshalb unerreichbar. Mit diesen neuen Akteuren muß Amerika verhandeln, und oft genug muß es ihnen nachgeben. Aber auf jeden Fall muß es eine Lösung, sei sie real oder nur ein Phantasiegebilde, für seine beängstigende wirtschaftliche Abhängigkeit finden. Amerika muß zumindest symbolisch im Zentrum der Welt bleiben, und darum muß es seine 'Macht', pardon, seine 'All-Macht', demonstrieren. Wir werden Zeugen, wie ein theatralischer Militarismus entsteht, der drei wesentliche Merkmale aufweist:
- Ein Problem wird nie endgültig gelöst, denn so kann die 'einzige Supermacht', die auf der Welt verblieben ist, beliebige militärische Aktionen rechtfertigen.
- Man konzentriert sich auf Kleinstmächte - Irak, Iran, Nordkorea, Kuba usw. Der einzige Weg, politisch im Zentrum der Welt zu bleiben, besteht darin, kleinen Akteuren 'entgegenzutreten'. Das stärkt die Macht Amerikas und verhindert oder verzögert zumindest bei den großen Mächten die Erkenntnis, daß sie aufgerufen sind, die Weltherrschaft mit den Vereinigten Staaten zu teilen: Das gilt mittelfristig für Europa, Japan und Rußland und längerfristig für China.
- Es werden neue Waffen entwickelt, die den Vereinigten Staaten einen 'großen Vorsprung' im Rüstungswettlauf geben, der niemals aufhören darf.
Diese Strategie macht aus Amerika ohne Zweifel ein neues und unerwartetes Hindernis für den Frieden in der Welt, aber sie hat noch keine bedrohlichen Ausmaße erreicht.

Amerika ist in den vergangenen Jahrzehnten den Weg von der Nützlichkeit in die Überflüssigkeit gegangen, und nur wenn wir dies berücksichtigen, können wir die derzeitige Strategie, die in den obigen Zeilen aus Todd´s Buch dargestellt ist, verstehen. Gleichzeitig gilt, dass die Nationen Europas, Russland und Japan ihre derzeitige relative politische Bedeutungslosigkeit aufgeben und ihre Position in der Welt stärken müssen (S. 13/14): Die Vereinigten Staaten sind auf dem besten Weg, zu einem Problem für die Welt zu werden. Dabei waren wir daran gewöhnt, daß sie die Lösung verkörperten. Ein halbes Jahrhundert lang standen die USA für politische und wirtschaftliche Freiheit, aber heute erscheinen sie immer mehr als ein Faktor der internationalen Unordnung, und wo sie können, fördern sie Instabilität und Konflikte. Sie fordern von der ganzen Welt, sie solle anerkennen, daß bestimmte zweitrangige Staaten eine 'Achse des Bösen' darstellten, die vernichtend geschlagen werden müsse: Saddam Husseins Irak, der zwar großspurig auftritt, aber als Militärmacht eher unbedeutend ist, Nordkorea unter Kim Jong-il, das erste (und letzte) kommunistische System, in dem die Macht nach dem Erstgeburtsrecht weitergegeben wurde. Dieses Regime ist Relikt einer vergangenen Epoche und wird ganz ohne äußeres Zutun verschwinden. Der Iran, das andere obsessiv verfolgte Ziel, ist von strategischer Bedeutung, aber befindet sich unverkennbar im Übergang zu innerem und äußerem Frieden. Die amerikanische Regierung stigmatisiert den Iran gleichwohl zum vollwertigen Mitglied der 'Achse des Bösen'. Die Vereinigten Staaten haben China provoziert mit der Bombardierung der chinesischen Botschaft in Belgrad im Kosovo-Krieg und indem sie eine für die chinesische Führung bestimmte Boeing mit leicht zu entdeckenden Abhöreinrichtungen präparierten. Zwischen drei medienwirksamen Umarmungen und der Unterzeichnung von zwei Abrüstungsvereinbarungen haben sie Rußland herausgefordert durch Sendungen in tschetschenischer Sprache auf Radio Free Europe, durch die Entsendung von Militärberatern nach Georgien und durch die Einrichtung von Militärbasen im ehemals sowjetischen Mittelasien, und das alles Auge in Auge mit der russischen Armee. Und schließlich der Gipfel dieser militaristischen Betriebsamkeit: Das Pentagon läßt Informationen durchsickern, daß über Nuklearschläge gegen Staaten nachgedacht werde, die gar keine Nuklearwaffen besitzen. Die Regierung in Washington wendet damit eine klassische strategische Denkfigur an, die aber ungeeignet ist für ein Land von der Größe eines Kontinents: die 'Strategie des Verrückten', nach der man potentiellen Gegnern möglichst unberechenbar erscheinen sollte, weil sie das noch stärker einschüchtere. Die seit langem diskutierte Einrichtung eines Schutzschildes im Weltraum würde das nukleare Gleichgewicht erschüttern und letzten Endes den Vereinigten Staaten erlauben, den Rest der Welt mit Schrecken zu beherrschen. Doch heute gehört dieses Projekt noch ins Reich der Science Fiction. Ist es angesichts all dieser Aktivitäten verwunderlich, daß nach und nach Furcht und Mißtrauen jene Länder ergreifen, die ihre Außenpolitik auf ein beruhigendes Axiom gegründet haben: Daß die einzige verbliebene Supermacht verantwortungsbewußt agieren wird?
Todd erklärt, dass die vermeintliche "Befriedigung der Welt", mit der die USA die meisten ihrer derzeitigen Handlungen erklären, eine zwangsläufige Folge von Alphabetisierung und der nötigen Zeit ist. Liberale Demokratien führen keine Kriege gegeneinander - und so wird die Welt früher oder später aussehen (S. 79/80): Wir wissen jedoch, daß eine solche Welt eine Bedrohung für Amerika wäre. Weil Amerika wirtschaftlich vom Rest der Welt abhängig ist, braucht es ein bestimmtes Niveau an Unordnung und Unruhe, denn nur so kann es seine politische und militärische Präsenz in der alten Welt rechtfertigen. Früher war die Welt abhängig von den USA als Beschützer der Welt und der Demokratie. Heute sind die USA wirtschaftlich in höchstem Maße abhängig von der Welt. Ihrem maßlosen Konsum steht eine schwache, nur in wenigen Bereichen produktive Wirtschaft gegenüber.
Amerika hat seinen Grundsatz der Gleichheit der Menschen, der noch kurz nach dem zweiten Weltkrieg zum Versuch der Gleichstellung der unterschiedlichsten Rassen in den USA geführt hatte, verlassen und ins Gegenteil verkehrt: (S. 150 / 151 / 155) Amerika glaubt immer mehr an die Ungleichheit der Menschen und immer weniger an die Einheit des Menschengeschlechts. ... Wenn man selbst das Lager der Gerechten verlassen hat, gibt es nichts Beruhigenderes, als zu sehen, daß auch andere Unrecht tun. Wenn Israel heute Unrecht tut, nimmt die Führungsmacht der westlichen Welt keinen Anstoß daran. ... Das Wissen um Recht und Unrecht ist ein Herrschaftsinstrument, und Amerika besitzt es nun nicht mehr.
Eine der wichtigsten Strategien Amerikas ist der Versuch, der Welt zu vermitteln, dass sie ein gefährlicher Platz wäre (S. 168 / 169 / 170): Das wahre Amerika ist so schwach, dass es nur mit militärischen Zwergen eine Konfrontation suchen kann. ... Der Mangel an Ressourcen veranlaßt die USA zu einem theatralischen und hysterischen Umgang mit zweitrangigen Konflikten. ... Die Konflikte, die militärisch ein Null-Risiko darstellen, ermöglichen es nämlich den Vereinigten Staaten, überall auf der Welt "präsent" zu sein. Sie erhalten die Illusion eines instabilen und gefährdeten Planeten aufrecht, auf dem die USA Ordnung schaffen müssen. ... Die übertriebene Darstellung der irakischen Bedrohung - angeblich der Welt viertgrößte Armee! - war wohl nur der Auftakt zu einer ganzen Serie von Inszenierungen, bei denen der Welt angebliche Bedrohungen vorgeführt werden.
Allgegenwärtig ist im Bewusstsein der westlichen Welt die vermeintliche Sorge der USA um ihre Ölversorgung, und viele halten dies für den Hauptgrund der Kriege gegen Afghanistan und den Irak, und interessieren sich begründeterweise für Theorien, die den USA zumindest eine Mitbeteiligung an den Anschlägen auf das World-Trade-Center vom 11. September 2001 zusprechen (leider geht Todd darauf mit keinem Wort ein). Todd erklärt dazu, dass die Abhängigkeit vom Öl noch deutlich übertroffen werde durch die Abhängigkeit von Waren aller Art - und damit müsse die USA vor allem ihre Waren-Lieferanten beherrschen und kontrollieren (S. 178 / 181): Während die USA behaupen, sie sicherten die Ölversorgung ihrer Bündnispartner, wollen sie sich mit der Kontrolle über die Energielieferanten in Wahrheit die Option erhalten, auf Europa und Japan massiven Druck auszuüben. ... Man spielt den Arabern über mit, weil sie militärisch schwach sind, weil sie das Öl haben und weil der "Mythos Öl" es ermöglicht, das Wesentliche zu kaschieren: die umfassende Abhängigkeit der USA von der Versorgung mit sämtlichen Gütern.
Amerika agiert jedoch laut Todd nicht nach einer langfristigen strategischen Planung, sondern geht schon lange einfach nur den Weg des geringsten Widerstands. Ihr Ziel, zur alleinigen Weltmacht aufzusteigen, rückt damit in immer weitere Ferne - sie befördern somit Rußland ungewollt in die Position der zweiten Macht auf diesem Planeten, der sich die anderen westlichen Industrienationen annäheren (müssen) (S. 182 / 197): Und wie Amerikas mikromilitärische Aktionen eine Annäherung zwischen den wichtigsten strategischen Akteuren Europa, Rußland und Japan fördern, also genau die Konstellation herbeiführen, welche die Vereinigten Staaten zum Erhalt ihrer Herrschaft verhindern müssten. ... Auf eine geradezu ironische Weise tragen diese Faktoren dazu bei, daß Rußland, das den Kommunismus überwunden hat, sich tendenziell zu einer friedfertigen Nation entwickelt, weil es - im Gegensatz zu den aggressiv, da räuberisch lebenden Vereinigten Staaten - nicht auf die Energieressourcen der übrigen Welt angewiesen ist.
Zum Abschluß zeichnet Todd ein hoffnungsvolles Bild, das die Bedrohung der Regierung der gesamten Welt durch eine sich mehr und mehr von der Demokratie entfernende Supermacht USA relativiert und als unrealistische Schreckensvision enthüllt (S. 239): Unter Schmerzen finden weltweit Umbrüche bei Bildung und Bevölkerungsentwicklung statt, und dabei bewegt sich die Welt in Richtung Stabilität. Die Länder der Dritten Welt sind bei all ihren ideologischen und religiösen Aufwallungen auf dem Weg zu Entwicklung und mehr Demokratie. Es gibt keine globale Bedrohung, die ein besonderes Engagement der Vereinigten Staaten zum Schutz der Freiheit erfordert. Nur eine einzige Bedrohung schwebt heute über dem weltweiten Gleichgewicht: Amerika selbst ist von einer den Frieden schützenden zu einer räuberischen Macht geworden. Während der politische und militärische Nutzen Amerikas schwindet, merkt Amerika, daß es auf die weltweit produzierten Güter nicht mehr verzichten kann. Aber die Welt ist heute zu groß, zu bevölkert und zu vielfältig, sie wird von zu vielen unkontrollierbaren Kräften bewegt. Keine noch so intelligente Strategie erlaubt es Amerika, seine halb-imperiale Situation in ein Imperium de jure und de facto zu verwandeln. Amerika ist dafür wirtschaftlich, militärisch und ideologisch zu schwach. Deshalb löst jeder Schritt, der Amerikas Zugriff auf die Welt verstärken soll, nur negative Rückwirkungen aus, die seine strategische Position weiter schwächen.

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