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Weltmacht USA - ein Nachruf
Wer weint schon um Abdul und Tanaya? Die Irrtümer des Kreuzzugs
gegen den Terror
Wir Untertanen
Zurück aus Afrika
Wer weint schon um Abdul und Tanaya? Die
Irrtümer des Kreuzzugs gegen den Terror, Jürgen Todenhöfer: Der Autor,
stellvertretender Vorsitzender der Hubert Burda Media Holding, früheres Bundestagsmitglied
über fünf Legislaturperioden hinweg, und Experte für Fragen der Entwicklungs- und
Rüstungskontrollpolitik beleuchtet in diesem lesenswerten Buch die sinnlose
amerikanische Strategie, Terrorismus mit Krieg zu beantworten, wie dies nach dem
angeblichen Anschlag auf das World-Trade-Center (WTC) am 11.9.2001 geschehen ist durch
den Krieg gegen Afghanistan und später den Irak. Leider stellt der Autor nie die
durch keinerlei Beweise erhärtete Theorie in Frage, dass die Anschläge auf das Konto
einer arabischen Terrororganisation um Osama bin Laden gehen, trotzdem er andererseits
erwähnt, dass die Amerikaner gezielte Friedensangebote der Taliban bzgl. der Auslieferung
der angeblich Schuldigen an ein neutrales Land ablehnten. Wichtiger als das Finden des
angeblich Schuldigen war den Amerikanern offensichtlich, einen wichtigen Stützpunkt in
Afghanistan zu erlangen. Wenn er über den RAF-Terror spricht, so bringt er seine Verachtung
zum Ausdruck über die Härte gegen ihre Opfer, ohne zu untersuchen, ob hinter ihren Motiven
reale gesellschaftliche Mißstände in der Gesellschaft lagen, und ohne zu erwähnen,
dass möglicherweise gerade die irreführende, falsche und/oder fehlende Berichterstattung
in den Medien, denen er jetzt als Burda-Vorstandsmitglied angehört, zu diesen
Verzweiflungstaten geführt hat, um Öffentlichkeitswirkung zu erreichen.
Offensichtlich ist sein Schluß, dass das amerikanische Bombardement Öl ins Feuer der
radikalen Muslime gegossen hat, und diesen Gruppierungen damit gewaltigen Zulauf
verschafft hat. Fragwürdig dagegen seine versuchte psychologische Interpretation
von Osama bin Laden, da der "beste" amerikanische Beweis für dessen Beteiligung an dem
angeblichen Anschlag auf das WTC aus einem offensichtlich gefälschten Video besteht.
Enttäuschend für mich ist, dass er als ehemaliger Richter zurecht oft nach den Beweisen
und Gründen fragt, jedoch die Schuld Osama bin Ladens als gegeben hinnimmt. Dabei ist
es doch offensichtlich, dass die wahren Kriegsgründe Amerikas woanders lagen als in
den Stories, die uns von gleichgeschalteten Medien aufoktroiert werden: Im Falle
Afghanistans im Zugriff auf die Rohstoffvorräte am Kaspischen Meer, im Falle des Irak
im Zugriff auf die weltgrößten oder zweitgrößten Ölvorkommen. Trotzdem er beides erwähnt,
zieht er nicht den Schluß, dass die ganze Sache (WTC-Anschlag) inszeniert sein könnte.
Als vorgegebener Kriegsgrund gegen den Irak wird von den USA auch immer wieder das
angebliche Vorhandensein biologische Waffen angegen. Dazu spricht Graf Sponeck
überdeutlich von (S. 190) "absurder Irreführung der Weltöffentlichkeit".
Auch die angebliche Zusammenarbeit Saddam Husseins mit Al Quaide entlarvt Jürgen
Todenhöfer als eine nicht minder schwere manipulative Propaganda der USA. Sein Fazit:
Der Irak stellt bereits vor diesem Krieg für niemanden eine militärische
Bedrohung dar, alles andere ist eine pure Lüge!
Auch dieser Buchbesprechung möchte ich wörtliche Zitate aus dem Werk anfügen, so z.B.
über eine mögliche wirksame Anti-Terror-Strategie (S. 109-111):
Wer den muslimischen Terrorismus besiegen will, muss sicherstellen, dass dieser nicht
täglich neuen Zulauf aus dem riesigen Menschenpotential von 1,3 Milliarden Muslimen erhält.
Das aber werden wir nur schaffen, wenn wir zeigen, dass wir nicht nur stärker sind als al
Qaida, sondern auch gerechter und menschlicher. Wir brauchen gegen den internationalen
Terrorismus keine militärische Koalition, wir brauchen eine moralische Koalition.
Eine kluge Strategie im Kampf um die Herzen der muslimischen Welt steht auf vier Säulen:
Wir müssen in einen partnerschaftlichen Dialog mit der
muslimischen Welt eintreten. Wir müssen anerkennen, dass es auch andere wertvolle
Gesellschaftsmodelle
gibt und dass uns diese in sozialen Fragen und Sinnfragen manchmal sogar überlegen sind.
Wir müssen den Islam als gleichwertige Religion und Kultur respektieren - nicht in seiner
fundamentalistischen Verformung, sondern in seiner von weit über 90 Prozent aller Muslime
gelebten und geglaubten toleranten Form. Die Perversion einer Religion durch intolerante
Fanatiker ist kein islamisches Problem. Auch das Christentum ist in seiner
zweitausendjährigen Geschichte durch Menschen immer wieder bis zur Unkenntlichkeit verformt
und als Waffe gegen andere missbraucht worden.
Wir dürfen der muslimischen Weh nicht länger mit einer Politik der
doppelten Moral entgegentreten. Die muslimische Welt hat nicht zu Unrecht den Eindruck,
dass der amerikanische Präsident in seiner Außenpolitik mit zweierlei Maß misst. Dass er
gegenüber Afghanistan und dem Irak andere Maßstäbe anlegt als gegenüber den Unrechtsregimen
in Tadschikistan oder Usbekistan, weil er diese als militärische Verbündete braucht. Dass
er seine militärischen Feinde bei Kriegsverbrechen vor Gericht stellt, militärische
Verbündete ... jedoch mit Ministerposten belohnt. George W. Bush muss sich auch im
Nahost-Konflikt viel stärker als bisher engagieren. Es ist an der Zeit, dass die gesamte
arabische Welt das Existenzrecht Israels uneingeschränkt akzeptiert. Aber es ist auch an
der Zeit, dass die amerikanische Regierung als ehrlicher Makler den Palästinensern zu einem
eigenen lebensfähigen Staat verhilft. Sie muss fair sein gegenüber unseren israelischen
Freunden, aber auch fair gegenüber den Palästinensern. Nicht nur mit Worten, sondern auch
mit Taten. Die amerikanische Führung hat sich im Nahen Osten einen gefährlichen
diplomatischen Tiefschlaf geleistet.
Die Führung der USA muss aufhören, den Antiterrorfeldzug mit den
Mitteln des konventionellen Krieges zu führen und Städte und Dörfer zu bombardieren, sei es
in Afghanistan, im Irak oder eines Tages im Iran. Wenn der Kampf gegen den Terrorismus,
wie Präsident Bush gesagt hat, "der Kampf derer ist, die an Toleranz und Freiheit glauben",
kann die bewusste Inkaufnahme des Todes von Zivilpersonen kein Mittel unserer Politik sein.
Ich bin kein Pazifist und werde es nie sein. Aber ich plädiere dafür, dass die Grundsätze
der Moral, des Recht und der Verhältnismäßigkeit nicht nur bei der Schaffung des nationalen
Friedens, sondern auch bei der Schaffung des internationalen Friedens gelten. Ohne diesen
Paradigmenwechsel werden wir den Terrorismus nicht besiegen. Wer Terror mit Terror
bekämpft, erntet nicht weniger, sondern noch mehr Terror. Nihilismus kann man nicht mit
Nihilismus überwinden, sondern nur mit Werten. Man kann sich eine gerechte Welt nicht
zurechtbomben.
Wir müssen unsere Entwicklungshilfe für
gemäßigte muslimische Länder verstärken. Wir müssen unseren Krieg gegen die Armut
führen, nicht gegen die Armen. Armut
ist ein gefährlicher Nährboden für Terrorismus. Zwar stammen die führenden Köpfe des
muslimischen Terrorismus, ähnlich wie die Vordenker der Französischen Revolution, häufig
aus gebildeten, wohlhabenden Familien. Aber das Umfeld, das sie trägt, besteht aus leicht
verführbaren, bettelarmen Menschen ohne jede Perspektive. Täglich verhungern auf der Welt
20 000 Kinder. Das scheint kaum jemanden zu stören. Als Terroristen am 11. September im
World Trade Center fast 3000 Menschen ermordeten, sprach der amerikanische Präsident zu
Recht von einem Anschlag gegen unsere Zivilisation. Warum aber hat noch nie ein
amerikanischer Präsident oder ein deutscher Bundeskanzler gesagt, dass es ein Anschlag
gegen unsere Zivilisation ist, wenn täglich 20 000 Kinder verhungern? Warum wachen wir
immer erst auf, wenn aus Hunger, Ungerechtigkeit und Hoffnungslosigkeit Terrorismus
entsteht?
Die unerbittliche Politik von George W. Bush dagegen hat gerade dazu
geführt, dass dem Terrorismus Tür und Tor geöffnet wird (S. 128):
Der eisenharte, unerbittliche Winston Churchill, der nie im Verdacht stand, Pazifist und
Appeasementpolitiker zu sein, und den ich deshalb im Zusammenhang mit der
Antiterrorstrategie der USA besonders gern zitiere, forderte einst: "Im Krieg
Entschlossenheit, im Sieg Großmut." Das gilt auch heute noch.
Für Terroristen und Kriegsverbrecher gibt es keine mildernden Umstände. Sie müssen hart
bestraft werden - aber wie Menschen, nicht wie Tiere. Bismarck hatte einst mahnend gesagt:
"Die Politik hat nicht zu rächen, was geschehen ist, sondern dafür zu sorgen, dass es nicht
wieder geschieht."
George W. Bushs bisheriger Antiterrorfeldzug hat einen dreifachen, verheerenden
"Kollateral"-Schaden verursacht:
Er hat Tausende unschuldige Zivilpersonen das Leben gekostet und
unzählige unbeteiligte Männer, Frauen und Kinder schwer verletzt.
Er hat die moralische Glaubwürdigkeit des Westens in der
muslimischen Welt untergraben, den Terroristen die Argumente geliefert, die sie brauchen,
und dadurch den muslimischen Terrorismus weltweit massiv gestärkt.
Und er hat den Gewaltherrschern dieser Welt mit seiner
undifferenzierten Rhetorik den zynischen Vorwand geliefert, ihre politischen Gegner - vor
allem wenn es sich um Muslime handelt - kurzerhand als Terroristen zu denunzieren und noch
brutaler zu verfolgen als bisher.
Bush´s ungeschickte Rhetorik ist bereits berühmt, und es gibt sogar
ein Bush mit einer Sammlung schwachsinniger Zitate von ihm. Einen solchen Mann als
mächtigsten Mann der Welt zu haben, ist zweifellos eine grosse Gefahr für die Menschheit.
Oft bezieht er sich in seinem "Kampf gegen den Terror" (der in Wirklichkeit das
Streben nach einer neuen Weltordnung darstellt), auf
die göttliche Hilfe. George W. Bush führt nach eigener Aussage einen "heiligen Krieg" und
unterscheidet sich damit rhetorisch nicht von den radikalsten islamischen Gruppen.
Während George W. Bush in dem Wahn lebt, der einzig wahren Religion anzugehören, zeigt
sich der Islam wesentlich offener, der die Vielfalt der religiösen Wege als gottgewollte
Ordnung ansieht.
Zum Thema des Irak-Kriegs läßt der Autor einen irakischen Studenten zu Wort kommen,
der ihm (und mir) aus der Seele spricht:
"Warum kritisiert ihr in Europa immer nur kleine Länder wie den Irak, warum habt
ihr nie den Mut, den USA ihre doppelte Moral vorzuhalten? Wenn es den USA wirklich um
Menschenrechte geht, warum lädt dann Präsident Bush den saudiarabischen Regenten Abdullah,
der sein Land im finstersten Talibanstil regierte, auf seine Farm in Texas ein? Wenn es den
USA wirklich um Rüstungskontrolle in der Region geht, warum rüsten sie dann unter
Verletzung aller UN-Resolutionen Iraks Nachbarn Ägypten, Saudi-Arabien und Israel auf?
Warum wird der Irak wegen der siebenmonatigen Besetzung Kuwaits seit 11 Jahren gnadenlos
bestraft, während Großbritannien wegen seiner jahrelangen Besetzung Iraks auch nicht einen
Tag lang mit Sanktionen belegt worden ist? Warum konzentrieren sich die USA im Nahen Osten
seit Jahren auf den Irak, während sie den israelisch-palästinensischen Konflikt in einer
Weise eskalieren lassen, die die ganze Region destabilisiert?"
Berechtigte Fragen - die vor allem die Medien angehen, denen der Autor angehört. Denn
nicht die Fragen der Politiker sind interessant, sondern die Fragen, die das Volk stellt,
als deren Vertreter sich die Politiker schon lange nicht mehr erwiesen haben! Doch genau
diese Fragen des Volkes werden von den Medien ignoriert, und so entsteht z.B. im Irak
ein falsches Bild unseres Landes! Warum solche Fragen von einem Studenten gestellt
werden, warum gerade der "kleine Mann" schwer unter den Sanktionen leidet, beschreibt
der Autor auf Seite 160: Die schlimmsten Jahre für die irakische Bevölkerung waren die
Jahre 1991 bis 1996. Im ganzen Land herrschte eine kaum vorstellbare Hungersnot. Seit 1997
hat sich die Ernährungslage durch das "Öl-für-Nahrungsmittel-Programm" etwas verbessert.
Das Programm erlaubt dem Irak, wieder offiziell Öl zu verkaufen. Die Erlöse gehen jedoch
nicht an den Irak, sondern an die UNO, genauer gesagt an die Banque Nationale de Paris in
New York.
Der Irak kann damit unter Kontrolle des von den USA dominierten UNO-Sanktionskomitees
Lebensmittel, Medikamente und andere nichtmilitärische Güter kaufen. Außerdem werden mit
einem Teil des Ölgeldes Reparationen an Kuwait und andere Staaten, Firmen und Personen
bezahlt.
Der Irak erhält von den offiziellen Ölverkäufen nicht einen Cent zur freien Verfügung. Das
hinderte Donald Rumsfeld nicht, in einem Focus-Interview im Stil eines
orientalischen Märchenerzählers zum "Programm Öl für Nahrungsmittel" zu behaupten: "Wenn
Sie sich ansehen, wohin das Geld aus den Ölverkäufen tatsächlich fließt, dann stellen Sie
schnell fest: Davon kauft der Irak keine Nahrungsmittel für seine Bevölkerung." Rumsfeld
weiß genau, dass das die Unwahrheit ist. Aber wo steht schon geschrieben, dass man über den
Irak die Wahrheit sagen muss? In der Schlacht der Lügen ist offenbar alles erlaubt.
Seite 168 führt weiter aus: Kaum jemand interessiert sih für das Martyrium des
irakischen Volkes. Kaum einer hatte wahrgenommen, dass ... bereits zwei Leiter des
Öl-für-Nahrungsmittel-Programms aus Protest gegen die gnadenlosen Sanktionen
zurückgetreten waren. Die Rollen der good guys und der bad guys waren so klar aufgeteilt,
dass sie keine nachdenklichen Fragen zuließen. Wir waren das "Reich des Guten", der Irak
war das "Reich des Bösen."
Kommen wir von den gnadenlosen amerikanischen Aktionen zu den Folgen des angeblichen
WTC-Anschlags (S. 181/182): Der frühere amerikanische Präsident und
Friedensnobelpreisträger des Jahres 2002 Jimmy Carter hatte leider Recht, als er in der
Washington Post unter der Überschrift "Das verstörende neue Gesicht Amerikas"
anprangerte,
dass amerikanische Staatsbürger ohne Anklage und ohne Anwalt als
"feindliche Kombattanten eingekerkert" würden,
dass die amerikanische Regierung sich gegenüber den gefangenen
Taliban in Guantanamo ähnlich verhalte "wie Unrechtsregime, die frühere Präsidenten stets
verurteilt hätten",
dass die amerikanische Regierung einen Angriff gegen den Irak
fordere, obwohl "den USA von Bagdad zur Zeit gar keine Gefahr drohe" und
dass sie Abkommen über Atomwaffen, biologische Waffen, Umweltschutz
und Folterschutz entgegen aller Traditionen der amerikanischen Außenpolitik schroff ablehne
und die USA dadurch "zunehmend isoliere".
Edward Kennedy und Al Gore haben sich ähnlich kritisch geäußert. Nicht
die Kritik an Bushs Kriegspolitik ist antiamerikanisch. Unamerikanisch, antiamerikanisch
ist die Politik Bushs. Sie widerspricht fundamental den Idealen der amerikanischen
Verfassung von Freiheit, Gleichheit und Menschenwürde. Antibushismus ist nicht gleich
Antiamerikanismus.
Dem Fazit des Autors, der mit einem Satz John F. Kennedys endet, kann ich uneingeschränkt
zustimmen (S. 221): Die Menschheit muss dem Krieg ein Ende setzen, sonst setzt der
Krieg der Menschheit ein Ende.
Nicht so klar fällt das Fazit über das Buch aus: Jürgen Todenhöfer ist zweifellos ein
brillianter Schriftsteller und versteht es, auf den Punkt zu formulieren. Trotzdem
stellt er selten die wirklich interessanten Fragen, nämlich diejenigen, die
außerhalb der einheitlichen, gleichgeschalteten Medien liegen. Insofern trägt dieses Buch
nicht unbedingt zur Aufklärung bei, sondern kann als stark emotional gefärbter Appell
gegen den Krieg gegen Zivilpersonen verstanden werden. Seine Argumentation geht oft knapp
an den interessanten Themen vorbei, so dass ein unbedarfter Leser daraus nur wenig
substantiell Neues gewinnen wird - möchte er den Leser gerade darauf nicht hinweisen?
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Wir Untertanen, Bernt Engelmann:
Der heutige Geschichtsunterricht besteht meist aus einer Beschreibung dessen, was
die Oberschicht, die oft nur 1 Promille der Bevölkerung ausmachte, "getrieben" hat.
Für uns und unser Leben hat diese isolierte Betrachtungsweise keinerlei positiven
Effekt, was sich darin zeigt, dass sich die Geschichte immer wieder wiederholt.
Schon 1976 wurde dieses Buch von Bernt Engelmann erstmals verlegt, der die
Geschichte "von unten" beschreibt, aus der Sicht derer, die wirklich die Paläste
und Prunkbauten derjenigen gebaut haben, die in unseren Geschichtsbüchern erwähnt
werden - aus der Sicht der oft wie Sklaven gehaltenen Unterschicht. Der Reichtum
der damaligen Adeligen und Herrschenden wurde mit dem Aussaugen, Unterdrücken,
Angst-Einjagen und oft auch mit dem Leben der Untertanen erstellt. Vor nicht
allzulanger Zeit war das probate Mittel zur Unterdrückung die Bespitzelung,
Folter und Willkür. Heute profitieren die Nachfahren der damaligen Herrschenden
und Oberschicht (als wenige Beispiele von sehr vielen möglichen seien hier
Turn und Taxis und Fugger genannt) über den
Zinsmechanismus von dem unglaublichen
Vermögen, das auf dem Blut der Untertanen erschaffen wurde - was zeigt, dass
unsere Gesellschaft immer noch eine Feudalistische ist. Der Mensch des
Mittelalters sah zu den Herrschenden auf, und nahm an, dass diejenigen, die ihn
finanziell auspressen, auf eigene Verantwortung sein Leben aufs Spiel setzten -
heute sorgt "Bild" dafür, dass viele nach wie vor die "Traumhochzeit" des
Prinzenpaares "XY" bewundernd bestaunen, und nicht bemerken, dass sie bei
jedem Kauf eines beliebigen Produktes - und den impliziten
Zinsen - mit
(derzeit - Tendenz steigend!) durchschnittlich 40 % des Preises diesen Prunk mit
bezahlen.
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